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Die Schilddrüse -nicht jeder Knoten muss operiert werden

16.12.2018

Die Schilddrüse ist ein zentrales Organ im Organismus und operative Eingriffe gehören, aufgrund der komplexen Indikationsstellung und der bestehenden Risiken, in die Hand von Spezialisten.

René Hodina, Chefarzt der Chirurgie am Capio Krankenhaus Land Hadeln, hat sich auf Schilddrüsenoperationen spezialisiert. Schädigungen der Stimmbandnerven oder Funktionsstörungen der Nebenschilddrüsen sind Komplikationen von Schilddrüseneingriffen, die in der Hand des erfahrenen Chirurgen kalkulierbare Risiken sind. „Wir bieten hier durch die Operation mit passagerem und kontinuierlichem Neuromonitoring beste Voraussetzungen für komplikationsarmes Vorgehen“, so Chefarzt Hodina.

Dabei muss heute bei weitem nicht mehr jeder Knoten in der Schilddrüse operiert werden. Selbst kalte Knoten, früher automatisch ein Grund zur Operation, können unter bestimmten gesicherten Voraussetzungen beobachtet werden. Dazu gehören verschiedene individuelle Kriterien des Patienten zur Risikoabschätzung hinsichtlich einer möglichen Tumorerkrankung, insbesondere neue sonographische Scores.

Keine Konkurrenz, sondern eine sehr gute Ergänzung beider Fachgebiete, sieht Hodina in der Nuklearmedizin. „Wir haben gelernt, dass die Radiojodtherapie und die Operation nur sehr selten direkt konkurrieren, sondern sich sehr gut ergänzen - je nach Indikationsstellung. So werden multifokale Autonomien meist klar nuklearmedizinisch behandelt, während zum Beispiel verdächtige Knoten oder auch der Morbus Basedow mit Orbitopathie klare Indikationen zur Operation sind.

Patienten, die sich einer Schilddrüsen oder Nebenschilddrüsenoperation unterziehen müssen, werden immer mit Ultraschall untersucht (Knoten, Ausmaß der Schilddrüse), und es wird eine Kontrolle der Stimmbänder vor und nach der geplanten Operation vorgenommen. Bösartige Tumore der Schilddrüse sind selten und in den meisten Fällen sehr gut therapierbar. Hier werden Operation und Radiojodherapie oft kombiniert und sehr hohe Heilungsraten erzielt. Insgesamt ist ein klarer Trend zu einem leitliniengerechten, aber hoch individualisierten Therapiekonzept zu erkennen.